Zimt – Cinnamomum

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Cassia-Zimtstangen - chinesischer Zimt mit hohem Cumarin-Gehalt

Gib deinen Zimt dazu

„Streut darüber Zucker und Zimt, und es mundet euch bestimmt“ sagt ein Schweizer Spruch. Wer liebt sie nicht, die Süßspeisen aus Kindertagen. Ein Klassiker: Milchreis mit Zucker und Zimt, dazu gönnen sich viele eine Portion Apfelmuß, einfach wundervoll. Zimt ist unverwechselbar und in der Weihnachtszeit duftet es überall herrlich, wenn Bratäpfel, Glühwein oder Punsch in der Nähe sind. Die beliebten Zimtsterne nicht zu vergessen.

Geschichte

Lange war es ein Geheimis, woher der Zimt stammte. Die Gewürzhändler behielten diese Information für sich, verdienten sie doch hervorragend daran. Zimt war teuer. Ein Zimtröllchen galt als wertvolles Geschenk bei den Römern. Doch Anfang des 16. Jahrhunderts, als die Portugiesen Ceylon entdeckten, lüftete sich das Geheimnis um die Herkunft diese aromatischen Gewürzes. Fortan versklavten die Portugiesen die Einheimischen und zwangen sie zu hohen Abgaben, mehr als zwei Dutzend Kilo pro Einwohner und Jahr. Oft auch gewaltsam trieben sie diese Forderungen ein. Nach ihnen kamen die Holländer und taten es gleich. Bei schleppendem Absatz in Europa vernichteten die Holländer durch Brände die Bestände in heimischen Kontoren.

Was ist Zimt?

Die bekannten Zimtrollen sind das Innere der Rinde des Zimtbaumes, einem tropischen Lorbeerbaum. Die innere Rinde meint den Bast, das Gewebe zwischen Borke und Baum. Nach der Regenzeit wird die Rinde geschält und getrocknet. Dabei rollt sich der dünne Bast zu kleinen Röhrchen zusammen. Auch bekannt unter Kaneel, denn die Portugiesen nennen die Röhrchen „canella“.

Ceylon-Zimtstangen - milder und süßer, geringer Cumarin-Gehalt Cassia-Zimtstangen - chinesischer Zimt mit hohem Cumarin-Gehalt

Sorten und Produkte

Im Handel erhält man entweder die Zimtrollen oder das Zimtpulver. Dabei ist zwischen zwei verschiedenen Sorten zu unterscheiden. Am bekanntesten ist heute der chinesische Zimt, der Cassiazimt. Rund 94 % des im Handel befindlichen Zimtes stammt aus den südlichen Regionen Chinas, nur knapp 6 % sind Ceylon-Zimt. Inhaltlich unterscheiden sich beide durch den Anteil des Aromastoffes Cumarin. Cassiazimt enthält eine wesentlich höhere Dosis Cumarin als Ceylon-Zimt, weshalb er auch aromatischer, fast scharf schmeckt. Ceylon-Zimt ist süßlicher und milder. Äußerlich lassen sich beide anhand der Faserform unterscheiden. Ceylon-Zimt ist splittriger und dichter. Er sieht einer Zigarre recht ähnlich. Cassiazimt hat dickere Fasern und rollt sich meist mit einem Hohlraum auf.

Zimt ist in Lebkuchen, Zimtsternen, Müsliriegeln, Müsli, Glühwein, Punsch, Schokolade und verschiedenen Kuchen enthalten. Sogar Kaffee wird mit 2-3 Prisen Zimt verfeinert. Alles bekommt dadurch ein „gewisses Etwas“. Zimt eignet sich für die Verfeinerung von Süßspeisen, Apfel- und Pflaumenkompott, Fruchtsalate, traditionell Gebäck und Sauerbraten wie Lammgerichte. In der indischen und arabischen Küche werden damit Geflügel- oder Hackfleischgerichte pikanter.

Aktuelle Diskussion

Der Cassiazimt ist Ende 2006 stark ins Gerede gekommen. Der Cumarin-Anteil überstieg festgelegte Grenzwerte für Lebensmittel. Es wurde vor dem Verzehr von Zimtsternen und Lebkuchen gewarnt. Zuviel Cumarin schädige die Leber und erhöhe das Krebsrisiko.

Es empfiehlt sich anstelle des Cassiazimts zu hause Ceylon-Zimt zu verwenden und zur Weihnachtszeit maßvoll im Verzehr zimthaltiger Produkte zu sein. Ein mal pro Woche sollte doch reichen *grins*.

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