Grüne Woche: Das Innere der Leberworscht ist noch gänzlich unerforscht
Reportagen Rezept kommentierenLeberwurst von der grünen Woche, ein Erlebnisbericht
Also warum wollte ich auf die grüne Woche? Ich wollte mir neue Inspirationen für mein Kochen holen. Ich wußte, dass es Themenhallen verschiedener Länder gibt, also wird es Dinge geben, die sonst vielleicht schwer zu finden sind. Zum Beispiel eine gute Thüringer Leberwurst oder besondere Hartkäsesorten aus Italien.
So eine Messe ist super interessant, es geht um Kultur und Tradition. Es interessiert mich, wie Menschen anderer Länder mit Nahrungsmitteln umgehen. Ich wollte sehen, was es so gibt. Das wollte ich nicht: Und dann sah ich Guido Westerwelle auf mich zukommen, ich hab mich schnell weggedreht von dieser falschen Leberworscht und mich einem schönen Stand zugewandt.
So gings los
Die Grüne Woche habe ich mit einem guten Freund und Redakteur des Strassenfegers besucht. Matt hat alle Bilder von der Grünen Woche geschossen, die ihr hier sehen könnt. In der nächsten Ausgabe des Strassenfegers wird über unseren Besuch und die Messe berichtet.
Zuerst sind wir in die Halle mit Haushaltstechnik geschlendert, dort gab’s Zwiebelhacker, V-Hobel, Küchenmesser und Bügeleisen. Nichts wirklich interessantes und lange haben wir es dort nicht ausgehalten. Die Standbesitzer waren so aufdringlich und ich hatte das Gefühl, man wolle mich ständig in ein Verkaufgespräch verwickeln.
Gewürze und Tee
Spannender wurde es an den Gewürz- und Teeständen. In meinen Einkaufsbeutel wanderte nun Fleur de Sel und Habaneros (näher erklären). Superscharfes Zeug, dass sehr sorgsam verwendet werden sollte. Schärfegrad 10. Der klare Trend bei Kräutern und Gewürzen sind Kräutermischungen, die mit einem Öl zu einem neuen Produkt werden. Zum Beispiel wird eine italinenische Kräutermischung so zu einem Pesto, andere können mit Joghurt oder Quark zu einem Dipp angemacht werden. Davon habe ich nichts mitgebracht, sowas mache ich lieber selber. Da weiß ich was drin ist *grins*. Ein weiterer Trend der mir nicht gefällt, aber das Angebot war erstaunlich - Unmengen Gewürzpulver für jede Gelegenheit.
Es gibt Länder, wo richtig was los ist
Gut gefallen haben mir die bunten Länderhallen, hier wurden regionale oder nationale Spezialitäten präsentiert. Am besten gefiel mir die Mecklenburg-Vorpommern-Halle. Sie hatte urige Dekorationen, hübsch geschmückte Stände und einen Naturruheraum. In diesem plätscherte eine kleiner Bach, an die Wand wurden schöne Landschaftsbilder projeziert und dazu entspannte Musik und Naturklänge. Ich entdeckte sogar ein Bild vom Ukranenland, welches mein Onkel mit seiner Lebensgefährtin vor mehr als 15 Jahren ins Leben rief. Ein historisches Museumsdorf an der Ücker aus der Slavenzeit. Ein Besuch lohnt sich unbedingt!
Mecktoffel gesucht!
In der Mecklenburg-Vorpommern-Halle war ich auf der Suche nach etwas Speziellem. Vergangenes Jahr habe ich auf der Ostpro, die Ostproduktmesse für traditionelle und neue Produkte aus den neuen Bundesländern, eine besondere Sanddornmarmelade gekauft. Auf der Grünen Woche fand ich so viele Sanddornmarmeladen, ich könnte sie alle nie im Leben essen, doch die eine fand ich nicht. Mecktoffel, wo bist du? Ich war enttäuscht. Wer kennt diese köstliche Marmelade aus Sanddron und Kartoffeln? Für sachdienliche Hinweise bitte einen Kommentar hinterlassen.
Der große Stall
Süpersüß waren die Hallen mit Pferden, Kühen, Schweinen, Schafen, allerlei Geflügeltier und einem Esel. Hier waren viele Aussteller anzufinden, die sich für artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Produktion einsetzen. Unter anderem auch ein Stand von Neuland, was mich sehr freute, denn von dort beziehen wir jedes Jahr unsere Weihnachtsente.
Was bleibt?
Während des Besuchs viel mir auf, die Halle für gesunde Ernährung war schwach besucht.Wenig Interessierte kamen hier her, wirklich schade. Der Besuch war wirklich lohnenswert, eine empfehlenswerte kulinarische Reise. Es gitb viel zu sehen, das Angebot ist umfangreich und an einem Tag nicht zu schaffen. Ich will auf jeden Fall wiederkommen im nächsten Jahr, doch dann werde ich gezielter Einkäufe einplanen und ein bisschen größere Taschen mitnehmen. Für Freunde lassen sich hier wunderschöne Geschenke finden, was in Berlin mehr als einen Nachmittag kosten würde.
Ganz begeistert ist mein Süßer von der mitgebrachten Thüringer Leberwurst. Das muss ich bestätigen: Thüringer Leberwurst ist die beste und leckerste Leberwurst der Welt. Die Grüne Woche hat noch bis Sonntag geöffnet, die Eintrittspreise sind moderat. Ermäßigte Karten sind ab 7 Euro zu bekommen.
Viel Spaß auf der Grünen Woche. Euer Winnegirl.
PS: Wie hat Euch die Grüne Woche gefallen? Was haltet Ihr von solch einer Messe?


















Januar 26th, 2009 at 9:46 am
Hallo Claudia,
ich fand’s auch toll! Sowohl die internationalen Hallen mit teils super Stimmung, als auch die nationalen Anbieter. Schade, dass man in der russischen Halle vom Rentierfleisch nix kaufen konnte. Das hätte ich gern mal probiert…
Bei den Sanddornständen in der MecPom-Halle überfiel mich Sehnsucht nach der Ostsee und Sanddornpunsch.
Der junge Franzose auf dem ersten Foto kommt mir übrigens ziemlich bekannt vor. Hat er Dich auch angebaggert??
Ich geh’ nächstes Jahr definitiv wieder hin - mit noch bequemeren Schuhen…
Oktober 26th, 2009 at 7:49 pm
Hallo und guten Tag,
durch einen Zufall haben wir Ihren Blog gesehen. Wir müssen sagen: “Ein perfekter Blog für die Gastronomie” . Wir würden uns freuen, wenn Sie auf Ihrer Seite einen Link zu uns setzen und wir auch NEWS von Ihnen zusätzlich veröffentlichen dürfen.
Selbstverständlich mit passender Quellenangabe und Verlinkung zu Ihnen.
Weiter so!
PREGAS
November 3rd, 2009 at 11:46 pm
Super Bericht. Ich war auch da und habe sehr viele Eindrücke bekommen. Du hast das alles sehr schön zusammengefasst, habe ich mal gebookmarked.